Aufzüge - Wagi Museum Schlieren

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HistoricSchlieren
Wagistrasse 13
CH-8952 Schlieren ZH
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Der Einstieg im Aufzugsbau wurde
zum zweiten Fabrikationszweig
und machte Schlieren weltbekannt
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Der Themenbereich Aufzugsanlagen widmet sich dem zweiten grossen Standbein der ehemaligen SWS. Schlieren-Aufzüge waren weltweit wegen ihrer Entwicklung, Umsetzung und Laufbeständigkeit gefragt. Das Wagi-Museum zeigt verschiedene Einblicke vom Schema bis zum Liftsimulator.

Einen grossen Teil des welterfolgs der Marke "Schlieren" verdankte das Unternehmen damals der inovativen Abteilung Aufzugbau. Einfache Personenaufzüge sowie komplexe Aufzugsanlagen in Hochhäusern und Spezialaufzüge waren Weltweit im Einsatz und sind dies zum Teil noch immer.

Zwischen Ende 1916 und Anfangs 1917 verkaufte die damalige "Aufzug- und Räderfabrik Seebach" (ARSAG), die sich in Zukunft nur noch auf den Bau von Flugmotoren beschränken wollte, ihre Abteilung Aufzugbau an die Schweizerische Wagonsfabrik AG Schlieren.



Auch trat ein wesentlicher Teil des ARSAG Personals in die SWS über. Von einer Änderung der Firmenbezeichnung sah man 1917 vorläufig ab. Mit der Übernahme der ARSAG kam die SWS damals in den Besitz von Aufzugskonstruktionen, die dem damaligen Stand der Technik völlig entsprachen, den diese Firma leistete bereits damals gute Entwicklungsarbeit.

Die Grundlage war also gegeben, um die kurz nach dem ersten Weltkrieg einsetzende, rasche Entwicklung des Aufzugbaues nicht nur erfolgreich mitzumachen, sondern sie auch zu fördern.



In den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo sich der Aufzugbau infolge der speziellen Bedingungen, die der Bau von Hochhäusern und Wolkenkratzern stellte, viel rascher entwickelte, ersetzte man gezwungenermassen schon früh die Seiltrommeln durch sogenannte Treibscheiben.

Die SWS Schlieren war die erste Aufzügefabrik in Europa, die sofort die grossen Vorteile der amerikanischen Bauweise auch für die Schweiz und Europa erkannte, und bereits im Jahre 1924 lieferte die SWS den Treibscheibenantrieb als normale Konstruktion für jeden Personen- oder Warenaufzug.

Die Entwicklungen

Die Vorzüge des Treibscheibenantriebes gegenüber der alten Antriebsweise waren beträchtlich. Die Verwendung mehrerer parallelen Tragseile gewährte bei Seilbruch grössere Sicherheit und ermöglichte es, den Seildurchmesser kleiner zu halten, was für die geschmeidigeren Seile geringeren Verschleiss durch Biegebeanspruchung, also erhöhte Lebensdauer bedeutete.

Während der ersten zehn Jahre nach der Übernahme der Abteilung Aufzugbau lagen der Fabrikation die von der ARSAG gelieferten technischen Unterlagen zugrunde. Dieses Aufzugsmaterial genügte aber gegen Ende der Zwanzigerjahre den steigenden Anforderungen im Aufzugbau nicht mehr.

Die Erhöhung der Aufzugsgeschwindigkeiten verlangte sehr bald eine Vorrichtung, womit die unvermeidlichen Haltedifferenzen der Aufzugskabine korrigiert werden konnten.

Man sah ein, dass der Vorteil einer großen Aufzugsgeschwindigkeit nicht mehr zur Geltung kommen konnte, wenn das Beladen der Kabine durch Halteungenauigkeiten zwischen Kabinenboden und Haltstellenboden Schwierigkeiten machte. Besonders beim Befahren der Kabine mit Wagen erwies sich ein genaues Anhalten der Kabine als notwendig.



1928 entschloss sich die Geschäftsleitung das gesamte Aufzugsmaterial einer Neukonstruktion zu unterziehen, um den gestellten Anfoderungen gerecht zu werden. Die Änderungen nach der Neukonstruktion hatten zur Folge das von 110 Volt auf Gleichstrom für die Aufzugssteuerung gewechselt wurde.

Die immer grösser werdenden Ansprüche, was Geräuschlosigkeit und Betriebssicherheit von Aufzugsanlagen betraf, veranlasste die SWS Schlieren, ständig an der Verbesserung ihrer Konstruktionen weiterzuarbeiten.

Auf Grund der guten Erfahrungen, die damals bereits mit Gleichstrom niederer Spannung bei Lokomotivsteuerungen gemacht wurden, führten die SWS grundlegende Versuche durch, um festzustellen, ob mit Gleichstromsteuerungen auch bei Aufzügen, die an Drehstrom oder Wechselstrom angeschlossen sind, gute Ergebnisse erzielt werden könnten.

Als in den Jahren 1929/1930 die ersten Trockengleichrichter im Handel erhältlich waren, benutzten die Ingenieure in Schlieren diese sofort bei verschiedenen Dauerversuchen. Die Resultate waren derart befriedigend, dass die SWS sich entschloss, die gesamte Steuerapparatur neu durchzukonstruieren.

Im Jahre 1931 lieferte die SWS bereits (ins Hotel « Seilerhof-Hospiz», Zürich) den ersten Aufzug, dessen gesamte Steuerapparatur und Bremse mit niedergespanntem Gleichstrom betätigt wurden. Die an diese Neuerung gestellten Erwartungen erfüllten sich sofort.

Als Steuerspannung wählte die SWS die auch bei den elektrischen Lokomotiven übliche Spannung von 24 bis 36 Volt. Mit diesem neuen Steuerungsprinzip erreichte sie folgende Vorteile: einfache Steuerapparate, deren Magnetsystem nicht mehr aus laminiertem Material ausgeführt ist; geräuschlose Apparate im Anzug und im eingeschalteten Zustand; lange Lebensdauer der absolut vibrationsfrei funktionierenden Apparate; betriebssichere Bremse, die jetzt an Stelle eines Servo-Motors mit Vorgelege einen Gleichstrommagnet mit einfachster Hebelübersetzung besitzt; robuste Magnetspulen, da infolge der kleinen Betriebsspannung grosse Drahtdurchmesser möglich werden; praktisch keine Erwärmung der Magnetspulen und Eisenteile.



Bis 1938 wurden in der Hauptsache nur zwei Steuerungsarten für Personen- und Warenaufzüge angewendet : die Druckknopfsteuerung für Aufzüge mit Selbstbedienung und die Hebelsteuerung für Aufzüge mit Liftier. Hin und wieder kombinierte man die beiden Systeme derart, dass bei strengem Betrieb die Bedienung einem Liftier oblag, während in der flauen Zeit die Druckknopfsteuerung zu gebrauchen war. Im Bestreben, die Steuerung den tatsächlichen Betriebsbedürfnissen anzupassen und die Leistungsfähigkeit der Anlagen zu erhöhen, wurden mit der Zeit diverse Spezialsteuerungen konstruiert. Schlieren entwickelte im Jahre 1939 unter dem Namen «Collectomatic-Steuerungen» eine ganze Reihe solcher Aufzugssteuerungen, die den verschiedensten Betriebsbedürfnissen dienten. Es ergaben sich zum Teil sehr komplizierte Schaltungen, besonders wenn mehrere Aufzüge zusammen zu steuern waren.

Eine Collectomatic-Steuerung C 5 für zwei Aufzüge, die in den Etagen nur eine gemeinsame Druckknopfplatte aufweisen, arbeitet zum Beispiel so, dass jene Kabine die Rufhaltstelle bedient, die ihr am nächsten ist.

Die Registrierung der Rufe, die überdies noch unterscheidet, ob der Fahrgast aufwärts oder abwärts fahren will, wirkt bei strengem Betrieb auf ein Signaltableau, dessen Befehle dann ein Liftier ausführt. Solche Steuerungen waren sehr kompliziert und ohne Verwendung von Gleichstrom gar nicht ausführbar. Des weiteren wurden die bisherigen Wechselstrommagnete und Bremsmotoren durch eine Gleichstrommagnetbremse ersetzt.

Während der Jahre des Zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) umfasste die Tätigkeit der technischen Abteilungen Aufzugbau das Anpassen der vorhandenen Konstruktionen an die kriegswirtschaftlichen Vorschriften.

Mit dem ständigen Anwachsen der im Betriebe sich befindenden Aufzüge wurden auch die Einrichtungen zur Verhütung von Unfällen dringlicher. Bereits 1930 baute Schlieren Schachttürverriegelungen, die praktisch jede Unfallgefahr ausschlossen.



Als dann 1939 der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein und die damalige Suval, in Zusammenarbeit mit den schweizerischen Aufzugfabriken, in ihren neuen Normen für Einrichtung und Betrieb von Personen- und Warenaufzügen die unfallsicheren Schachttürverriegelungen vorschrieben, konnten die SWS bereits mit bewährten Konstruktionen dienen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die SWS mit diesem neuen Türverschluss als erste Aufzugsfirma weltweit automatisch schliessende und vollständig geräuschlose Einflügel-Schachttüren herstellte.

Bis vor dem zweiten Weltkrieg betrug in Europa die Aufzugsgeschwindigkeit in der Regel maximal 2 m/sec. Später wurden auch in Europa, beeinflusst durch die Entwicklung des Aufzugbaues in Amerika, grössere Aufzugsgeschwindigkeiten verlangt. Wohl hatte die SWS Schlieren schon vorgängig Anlagen bis zu 3,5 m Geschwindigkeit gebaut, doch waren dies Ausnahmefälle. Es war selbstverständlich, dass die Erhöhung
der Geschwindigkeiten auch eine entsprechende Anpassung der Aufzugsantriebe und Steuerungen bedingte. Diese Situation traf die SWS nicht unvorbereitet.

Schon 1932 führte die SWS im Versuchsturm die ersten Versuche mit Aufzugsgeschwindigkeiten bis zu 6 m/sec. durch. Dabei zeigte sich, dass Gleichstrommotoren in Ward-Leonard-Schaltung sich am besten eigneten. Eigene Betriebserfahrungen führten also zum gleichen Ergebnis wie bei den amerikanischen Firmen des Aufzugbaues. Wohl erforderte diese Antriebsart verschiedene zusätzliche Maschinen, doch brachte sie neben anderen Vorteilen auch eine grosse Vereinfachung der Aufzugssteuerung und zeichnete sich speziell bei Aufzügen mit grosser Fahrtenzahl von über 150 pro Stunde durch kleineren Stromverbrauch und geringere Unterhaltskosten aus.

Im Jahre 1948 lieferte die SWS in das neue Bankgebäude «zum Bären» der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt, Zürich, eine derartige Anlage, die mit einer Aufzugsgeschwindigkeit von 2,2 m/sec. die Aufmerksamkeit der Fachkreise erweckte. Der Ward-Leonard-Antrieb kommt kam überall dort in Frage, wo der Antrieb mit Drehstrommotor nicht mehr wirtschaftlich arbeitete.




Bereits 1952 bringt die SWS damals den Variotron Antrieb auf den Markt. Es handelte sich um den ersten elektronisch regulierten Aufzug der Welt. Dieses System beschleunigte und verzögerte den Lauf des Aufzugs stufenlos und kontrollierte die Geschwindigkeit nach einem genau vorgeschriebenen Programm.
Im Jahre 1957 vollbrachte die SWS mit dem Bau des neuen Monotron-Antriebs eine technische Höchstleistung. Die Monotron Antriebsart ermöglichte erstmals die direkte Einfahrt und das etagenbündige Anhalten unabhängig davon wie schwer die Kabine beladen war. Weitere grosse Vorteile des Monotron-Antriebs waren, maximaler Fahrkonfort, optimale Förderkapazität und höchste Eleganz.

Der schnellste Aufzug der Welt



Für das Atomium, das Wahrzeichen der Weltausstellung 1958 konnte sich die SWS gegen einen Mitbewerber aus den USA durchsetzen und einen Schnellläufer nach Brüssel liefern. Es entstand der damals modernste und schnellste Personenaufzug der Welt. Da es sich bei dieser Anlage um einen Prototypen handelte konnte nur beschränkt auf Erfahrungswerte und herkömmliche Komponenten zurückgegriffen werden, so entstand faktisch ein wortwörtlich neuer Aufzug!

Diverse Komponenten wurden extra für diese Anlage entwickelt, gebaut und eingehend im Werk in Schlieren getestet. Es wurde für die verschiedenen Tests extra ein Versuchsstand gebaut wo auch die Originale Antriebsmaschine zusammengebaut und in Betrieb genommen wurde um im reduzierten Rahmen Fahrversuche mit Volllast simulieren zu können.

Nur rund ein Jahr später im Jahre 1959 baute die SWS Schlieren die sogenannte Aconic Steuerung. Dieses System in Halbleitertechnik wies keine beweglichen Teile mehr auf. Die Schaltelemente arbeiteten schnell und ohne Abnützung. Ausserdem  war sie vollkommen geräuschlos und hatte eine hohe Lebensdauer.

Weitere Vorteile zeigten sich in der Resistenz gegen Schmutz und Feuchtigkeit. Dies bewegte die SWS damals auch im Jahre 1961 den Econom Aufzug in die Fabrikation aufzunehmen. Dieser aus allen Teilen genormte Aufzug war praktisch ab Lager lieferbar. Im Jahre 1969 konnte schliesslich für das Laborhochhaus der Technischen Universität in Delft (Holland) eine Quadruplex-Aufzugsgruppe geliefert werden. Auf Wunsch des Kunden wurde hier etwas Spezielles, etwas das dem neusten Stand der Technik entspricht installiert.

In den Jahren 1970/71 wurde in Tampere (Finnland) der Aussichtsturm Näsinneula (Nähnadel) im Vergnügungspark Särkänniemi gebaut. Die SWS konnte für diesen beachtlichen, 173m hohen Aussichtsturm drei Aufzüge liefern die noch heute zu den schnellsten Aufzügen in Skandinavien gehören.

In die Jahre 1976 - 1978 fällt auch die Ablieferung eines Paternoster Aufzugs nach Bern, sowie weitere Auslieferungen und Exporte. Durch die Umstrukturierung des Schindler Konzerns fallen dan aber weitere Teile des Aufzugsbaus in das neue Werk in Emmen. In Schlieren wurde bis 1985 noch massgeblich der Service und Unterhalt der Aufzugsanlagen ausgeführt.




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