Firmengeschichte - Wagi Museum Schlieren

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Firmengeschichte: Vom
Kutschenbauer zum
Weltkonzern
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Es war Johann Caspar Geissberger welcher nach der Wanderschaft durch Deutschland, Frankreich und der Schweiz schliesslich von Riniken im Kanton Aargau nach Zürich kam, wo er bereits 1859 die damalige Wagenfabrik Vogel an der Wiesenstrasse 10 im Zürcher Seefeld übernahm.

Geissberger produzierte das ganze Spektrum von Fuhrwerken, vom Fourgon bis zum grossen Break de chasse. Er baute vor allem von der amerikanischen Mode bestimmte, leichte sportliche Fahrzeuge.



Ab 1887 arbeiteten dan auch seine beiden Söhne Caspar Geissberger und Robert Geissberger im Betrieb mit. Gerade um 1890 erlebte die Fabrik in Zürich einen grossen Boom und wuchs weiter. Geissberger galt als erster Karossier Zürichs, ja der ganzen Nord- und Ostschweiz.

Es gehörte damals zum guten Ton, von ihm, der auch die ersten gummibereiften Equipagen herstellte, beliefert zu werden. 1883 erhielt Johann Caspar Geissberger ein Ehrendiplom an der Landesaustellung in Zürich und 1887 die silberene Medaille an der Weltausstellung in Paris.



Am 14. März 1895 reichte J.C Geissberger dem Gemeinderat Schlieren ein Kaufgesuch für rund 39´600 Quadratmeter Land ein. Bereits am 18. Mai des gleichen Jahres wurde der Kaufvertrag abgeschlossen und der Spatenstich erfolgte.

Das Areal grenzte bereits an das Trasse der damaligen Nordostbahn. Auf diesem Grundstück baute J.C Geissberger grosszügig konzipierte Werkstätten. Die Firma Geissberger & Cie beabsichtigte einerseits die Produktion von Luxus- und Lastwagen, sowie die  Verfeinerung von Wagenräder in Schlieren auf eine breitere Basis zu stellen.
  
 

Am 01. Oktober 1896 wurde die bisherige Einzelfirma in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Ihr gehörten nebst J.C Geissberger auch seine zwei Söhne Caspar und Robert an. Zusätzlich stiegen die Kommanditäre Julius Schwazenbach und Konrad Jenny mit einer Kommanditeinlage von je 100´000 Schweizer Franken in das Unternehmen ein.

Das damalige Schlieren war zu jener Zeit noch ein Bauerndorf mit knapp 900 Einwohnern. Es bestand lediglich bereits die Geistlchsche Chemische Fabrik für Leim- und Düngermittel.

Mit der Erweiterung und Ausgestaltung des Betriebes ging die Umwandlung der bisherigen Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft Hand in Hand. An jenem Donnerstag den 29. November 1899, nachmittags 14:30 Uhr, fand im Hotel Baur au Lac in Zürich die konstituierende Generalversammlung der Geissberger & Cie statt.

Als Urkundsperson amtete damals Notar Ulrich Karrer. Die Versammlung leitete Bankdirektor Joh. Jakob Rudolf, welcher später auch zum ersten Verwaltungsratspräsidenten der damaligen Gesellschaft ernannt wurde.

Ausser ihm waren noch sechs weitere Aktionäre anwesend, nähmlich J.C Geissberger, Caspar Geissberger, Robert Geissberger, Julius Schwarzenbach, Oskar Guhl und Dr. M Baumann-Naef. Sie vertraten zusammen 985 Stimmen, bzw. Aktien des einbezahlten Grundkapitals der Gesellschaft von CHF 1´200 000 .--. Die Eintragung der damals neuen Aktiengesellschaft im Handelsregister erfolgte am 19. Dezember 1899.

Das Ziel der Gesellschaft damals war die serielle Fertigung von Rädern für andere Wagenhersteller und neu auch die Produktion von ersten Tramwagen und weiteren Schienenfahrzeugen im neuen vorzüglichen Werk in Schlieren.

Der letztere Teil floriere, der erste kam bereits wegen einer regionalen wirtschaftlichen Stagnation um 1900 in eine Krise. Die Wagner nahmen auch die Gelegenheit damals nicht wahr, ihre Räder zu vorteilhaften Bedingungen aus der Fabrik zu beziehen. Johann Kaspar Geissberger und seine beiden Söhne verliessen schliesslich den Betrieb und konzentrierten sich wieder auf den Stammbereich in Zürich.

Im Jahre 1901 wurde der von Geissberger & Cie. übernommene Teil der Luxus Pferdefuhrwerke in Schlieren definitiv eingestellt und der Fokus galt nun dem Bau von Schienenfahrzeugen.

Ein neuer Geschäftszweig, der einerseits durch den Bau einer grösseren Zahl von elektrischen Schmalspuhrbahnen, sowie auch die Umstellung der damaligen stadtzürcherischen Strassenbahn auf elektrischen Betrieb, sehr lukrativ wurde. Im Herbst 1901 konnte auch der erste eigene Speisesaal für Mitarbeitende in Betriebgenommen werden.

Aus diesem Grund erfolgte auch nach der Generalversammlung vom 23. November 1901 die weitere Umbenennung in Schweizerische Wagonsfabrik A.G Schlieren. Die Konzentration auf den Wagonbau und die damit verbundene Umstellung im Fabrikationsprogramm führten auch zu einer Veränderung in der seit der Gründung massgeblichen Zusammensetzung der Persönlichkeiten.

Es ist der Zeitpunkt wo die Firmenabkürzung SWS ihren Ursprung nimmt und bereits zu dieser Zeit beginnt sich die Wirksamkeit eines Mannes abzuzeichnen, der fortan während mehr als vierzig Jahren die Geschichte des Unternehmens massgebend prägte: Des künftigen Direktors Josef Koch.

Er trat am 01. Juli 1900 vorerst als technischer Direktor in das Unternehmen ein, im Range eines Kollektivprokuristen. Zuvor arbeitete er als Werkstattchef bei der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft (SIG) in Neuhausen.

Ebenfalls in das Jahr 1901 fällt auch die Gründung der Betriebsfeuerwehr SWS zurück. Bereits ein Jahr später ist diese beim Schweizerischen Feuerwehrverband versichert und angegliedert.

Nach stetig steigenden Bestellungen und Auslieferungen an Strassenbahnunternehmen und die damals noch aufgegliederten Schweizer Bahnunternehmungen, bestellte 1903 die neugegründete Schweizerische Bundesbahn je 12 dreiachsige Personenwagen 2. und 3. Klasse bei der SWS.

Diese erste Bestellung der Bundesbahnen löste auch einen sprunghaft ansteigenden Bestelleingang aus. So wurde auch die Bautätigkeit im Werk Schlieren weiter vorangetrieben.

Am 18.Februar 1904 konnte die neue Montagehalle 1 in Betrieb genommen werden. Die Montagehalle 2 wurde am 08. April 1905 fertiggestellt und die erste Schiebebühne am 27. April 1905.
1906 - 1920

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Im Jahre 1906 verliess ein SBB C3ü als eintausendster Eisenbahnwagen unser Werk in Schlieren. Ebenfalls im Jahre 1906 nämlich am 29. September, fand die ordentliche Generalversammlung statt, welche Conrad Jenny-Jenny zum letzten mal als Präsident des Verwaltungsrates leitete.

Bereits an der Verwaltungsratssitzung vom 17. Oktober 1906, tratt er zurück, behielt aber sein Verwaltungsratsmandat und die Funktion des Delegierten weiterhin bei. Zu seinem Nachfolger auf dem Präsidentenstul wählte der Verwaltungsrat den kürzlich in sein Gremium aufgenommenen Ständerat Edmund Schulthess aus Brugg.

Er stand bis zu seiner Wahl im Jahre 1912 zum Bundesrat an der Spitze des Verwaltungrates der SWS und förderte ihre Entwicklung in wertvollster Weise durch die erfolgreiche Durchführung von Kapitalerhöhungen. Vizepräsident wurde Dr. M Bauman-Naef.

1906 kam es auch zum ersten Streik des noch jungen Unternehmens. Die Holzarbeiter legten am 24.Februar 1906 kurz nach dem Zahltag ihre Arbeit für sechs Wochen nieder. Von diesen Ereignissen abgesehen, entwickelte sich das Unternehmen in ruhigen Bahnen weiter. Das Jahr 1906 endete mit einem weiteren Landerwerb von 37´603 Quadratmetern um das Werk weiter auszubauen. Bereits 1907 am 09. Januar konnte die Montagehalle 3 eingeweiht werden, ebenso das Direktionshaus am 29. Juni 1907.

Am 26. Februar 1908 brach ein Brand in der Sattlerei aus. Der Brand hätte damals leicht katastrophale Folgen haben können. Am Gebäude und dem Material entstand ein Sachschaden von 45.000.--. Verletzt wurde zum Glück niemand ernsthaft. Im Jahre 1909 erfolgte die zweitausendste Ablieferung eines Eisenbahnwagens an die Schweizerischen Bundesbahnen.

In das Jahr 1909 fällt auch die Gründung der Arbeiter Kommission sowie der Hülfskasse. Bereits jetzt bestellten auch ausländische Bahngesellschaften erste Schienenfahrzeuge in Schlieren. So konnten wir 1910 einige vierachsige Wagen für die Orientalischen Bahnen nach Konstantinopel liefern.

So zum Beispiel auch die Strassenbahngesellschaft Konstantinopel (heutiges Istanbul). Auch die Produktion von Akkumulatoren Schienentraktoren lief gut an. Der Werksbau wurde folglich in den Jahren 1910 - 1914 nochmals stark vorangetrieben. Am 06.Juli 1910 wurde ein Kosthaus erstellt. Eine weitere Produktionshalle folgte am 21.Februar 1912. Und auch die Bewilligung zur Legung zweier Geleise über die damalige Almendstrasse wurde von der Stadt Schlieren am gleichen Tag 1912 erteilt.

Noch in der Zeit des ersten Weltkrieges übernahmen wir im Jahre 1917 das der damaligen Aufzüge- und Räderfabrik Seebach AG. In der Folge konnte ein weiterer wichtiger Geschäftszweig integriert werden. Durch die Tatsache, dass nun auch das Aufzugsgeschäft ein Kerngebiet der SWS wird, folgte schliesslich 1928 die letzte Umbenennung in Schweizerische Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren-Zürich.

Durch einen weiteren Ankauf einer Liegenschaft an der Zürcherstrasse konnte 1917 aus dem ehemaligen Gasthof Löwen nach einer kurzen Umbauphase eine eigene Kantine in Betrieb genommen werden. 1918 war das Jahr als der Angestellten Verein SWS gegründet wurde.

Zwischen 1918 und 1919 gelang den Ingenieuren in Schlieren unter der Leitung von Flugpionier Adolf Schaedler die Planung und die Realisierung der welche erstmals auch der Einstieg in den in Schlieren war.
1921 - 1950

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In das Jahr 1922 fällt die Einrichtung der Stiftung für Angestellten Fürsorge und die Gründung des Unterstützungsfonds für Mitarbeitende. Durch ständige Inovationen im damaligen Aufzugsbau, konnte sich die SWS rasch auch über die Landesgrenzen hinaus etablieren.

Bereits im Jahre 1924 rüstete die SWS als erste Firma in Europa ihre Aufzüge mit sogenannten Seiltrommelantrieben aus. Diese Technik wurde kurz zuvor in den USA entwickelt. Dank einer Lizenzvereinbarung, konnte damals diese Technik im europäischen Raum in Schlieren weiterentwickelt werden.

Im Jahre 1925 beauftragte die Schweizerische Bundesbahn die SWS mit dem Studium für den Bau von Stahlwagen für den Personenverkehr. 1928 schliesslich wurde in einer Versammlung die erneute Umbezeichnung des Unternehmens beschlossen.

Mit dieser Änderung wurde dem neuen Kerngeschäft, dem Aufzugsbau eine feste Stellung im Unternehmen einberufen. So wurde 1928 die Firmenbezeichnung zu Schweizerische Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren - Zürich vollzogen.   

Die Jahre 1929 - 1930 brachten Vollbeschäftigung. Der ständig steigende Umsatz erforderte den Ausbau der Werkstätten in Schlieren und den technischen Büros. Ebenfalls im Jahre 1930 gelingt den SWS Entwicklern im Aufzugbau eine Weltneuheit. Die erste Aufzugsteuerung welche mit Gleichstrom läuft. Diese Entwicklung verschaffte der SWS internationales Ansehen. Es folgten danach dutzende Bestellungen auch aus dem Ausland.

Der Bedarf nach einem eigenen Versuchturm für die in Schlieren entwickelten Aufzugsanlagen bewegte schliesslich 1929 die Geschäftsleitung dazu den zuvor 1928 erbauten Aussichtsturm der damaligen Messe für Frauenarbeit SAFFA 28 in Bern zu kaufen.

Lieferten die SWS doch bereits den Aufzug für diesen Turm nach Bern, so waren die Kontakte bereits geebnet. Er sollte seinen neuen Platz direkt neben dem damaligen Verwaltungstrakt beim Haupteingang (Grabenstrasse) erhalten und fortan eben als Versuchsturm für die Schlieren Aufzugsanlagen dienen. Nach dem Aufbau in im Werk wurde der Holzturm zusätzlich mit Eternitplatten und einem Walmdach ergänzt.

Im Turm befanden sich eine Wendeltreppe, ein Warenaufzug sowie zwei Versuchschächte. Die Versuchsräume waren in der Spitze des Turms untergebracht. Später wurde noch eine Feuerleiter an der Aussenwand mit einer Länge über 27m nachgerüstet. Die Höhe des Turms war 35,26 Meter.

Die in Schlieren massgeblich entwickelte Leichtstahlbauart für Reisezugwagen, galt rasch als wegweisende Entwicklung im Wagonbau. Der Auftrag einer Studie für eine neue Wagenserie mit vermindertem Wagengewicht gegenüber den schweren Stahlwagen, die rund 45 Tonnen wogen, einer um 5 km/h höheren Kurvengeschwindigkeit bei gleich bleibendem oder verbessertem Komfort erteilte der Zugförderungs- und Werkstättendienst der SBB im Jahre 1932 an die SWS. Es entstand ein Prototyp Leichstahlwagen, welcher ab 1937 serienmässig an die SBB und weitere Privatbahnen abgeliefert wurde.

In die Jahre 1936 - 38 fallen besonders gewichtig der erste Lizenbauauftrag aus Deutschland für eine Rolltreppe nach Holland. Es sollte der Grundstein sein, für das dritte Kerngeschäft der SWS in einer späteren Phase. Ebenfalls 1936 konnte eine Gruppen Versicherung für die Angestellten der SWS bei der damaligen Vita AG abgeschlossen werden. Im Jahre 1937 lieferte die SWS den damals höchsten Aufzug der Welt auf das Jungfraujoch / Sphinx.

Mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 setze aber langsam auch die erste Krise ein. Konkurrenz und die schwankende Auftragslage setzten auch der SWS in den folgenden Jahren zu. Dennoch deckte Schlieren zusammen unter anderem mit der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft (SIG) in Neuhausen am Rheinfall praktisch die gesamte Nachfrage an Eisenbahnwagen im Inland ab.

In den ersten Nachkriegsjahren folgte nun ein weiterer Meilenstein. Durch einen Zusammenarbeitsvertrag zwischen der Indischen Staatsbahnen und der Konzernleitung der SWS konnte 1949 unter der damaligen Technischen Leitung des von "Heinrich Saxer König" ein Grossauftrag in Indien realisiert werden.

Die SWS war massgebend an der Projektierung und der Umsetzung einer neuen Wagonfabrik in Perambur (Indien) beteiligt.1955 konnte schlussendlich die Integral Coach Factory ICF ihren Betrieb in Indien aufnehmen. Die indischen Staatsbahnen bestellten im Vorfeld rund 200 Reisezugwagen auf Leichtstahlbasis welche in Schlieren gefertigt wurden.

Mittlerweile beschäftigte die SWS rund 2000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Werk Schlieren. Kerngeschäfte blieben nach wie vor der Bau von Schienenfahrzeugen, Aufbauten für , Aufzugsanlagen, und sowie die Komponentenfertigung im Flugzeugbau.
1951 - 1970

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Bereits 1952 bringt "Schlieren" damals den Variotron Antrieb für Aufzüge auf den Markt. Es handelte sich um den ersten elektronisch regulierten Aufzug der Welt. Dieses System beschleunigte und verzögerte den Lauf des Aufzugs stufenlos und kontrollierte die Geschwindigkeit nach einem genau vorgeschriebenen Programm.

In einem von den SBB im Jahre 1954 unter den Wagonsbaufirmen der Schweiz veranstalteten Wettbewerb galt es, das Bewährteste und das Vorteilhafteste der bisherigen Wagentypen in einem neu zu schaffenden Wagen zu vereinen und eine Konstruktion zu finden, die eine Serienfabrikation technisch einwandfrei durchführbar und preislich günstig werden liess.

Schlieren und SIG, Neuhausen, bekamen als die Gewinner dieses Wettbewerbes im Februar 1955 den Auftrag zur Herstellung von je zwei Prototypen, und innert Jahresfrist konnten die beiden Wagen, welche unter dem Namen Einheitswagen l bekannt wurden, geschaffen werden.

Im Jahre 1955 wird schliesslich das Lochkartenverfahren für das interne Rechnungswesen eingeführt, 1956 erfolgte nun die bekanntgabe, dass die Pars -Finanz AG (Schindler Konzern) 30% unseres Aktienkapitals kauft. Im Jahre 1957 vollbrachte "Schlieren" mit dem Bau des neuen Monotron-Antriebs für Aufzugsanlagen erneut eine technische Höchstleistung.

Der erste Gelenktrolleybus der Schweiz wurde im Jahre 1956 zusammen mit BBC und FBW in Schlieren massgeblich entwickelt und an die Verkehrsbetriebe Zürich abgeliefert. Es war für die Konstrukteure in Schlieren damals ein nahmhafter Erfolg, gestattete der Trolleybus doch eine bessere Dienstzeiteinteilung und damit für das Personal günstigere Freizeitverhältnisse.

In Schlieren wurden die Testreihen sowie die ganze Wagenbauliche Entwicklung massgeblich vorangetrieben. Der Gelenktrolleybus ist bis heute ein fester Bestandteil im Öffentlichen Nahverkehrsbetrieb.

Die im Aufzugs- und Wagonbau ebenfalls etablierte Schindler übernahm nur 4 Jahre später 1960 gesammte Unternehmen. Als fortan eigenständige Konzerngesellschaft der Schindler Gruppe wurde der Standort Schlieren trotz der inbetriebnahme des neuen Standorts der Schindler Aufzüge AG in Ebikon LU, beibehalten.

An der Versammlung wird ebenfalls beschlossen, das die bisherigen Inhaber Aktien in Name Aktien umgewandelt werden. Das Aktien Kapital wurde neu von 6 Millionen Schweizer Franken auf 7,5 Millionen Schweizer Franken erhöt.

In die Jahre 1957 - 1958 fallen zwei gewichtige Fabrikationen. 1957 liefert die SWS erstmals die Monotron Aufzugssteuerung. Monotron konnte als ein Marktstein des Aufzugbaus betrachtet werden. Gleichzeitig handelte es sich um einen ersten Erfolg gemeinsamer Forschung von Schindler / Schlieren.

Noch auf Basis Variotron gelang es den Schlieremer Ingenieuren 1958 wohl der grösste Coup im internationalen Aufzugsgeschäft. Die SWS konnte sich gegen Mitstreiter unter anderem OTIS durchsetzten und erhielt den Zuschlag für einen Personen- Schnellaufzug für das Atomium in Brüssel, welches zur Weltaustellung gebaut wurde.

Es gelang der SWS den damals schnellsten Aufzug der Welt (5m/sek) nach Brüssel zu liefern.

Bereits ein Jahr später nämlich 1959 bringt Schlieren die Aconic Steuerung für Aufzugsanlagen auf den Markt. Ein System mit Halbleitertechnik und ohne bewegliche Teile. Schliesslich erfolgt im Jahre 1960 die Übernahme und der Zusammenschluss mit dem Schindler Konzern.

Die Mehrheit des Aktienkapitals geht an Schindler, Die SWS bleibt jedoch als eigenständige Konzerngesellschaft unter dem Namen "SCHLIEREN" bestehen. Die Sparte Aufzugsbau wurde aber insbesondere in der Forschung weiter an die Schindler Gruppe angegliedert. Als nun mehr einheitliches Unternehmen deckten Schlieren und Schindler weit über 50% des Marktanteils ab.

1961 bringen wir dann den Econom Aufzug auf den Markt. Unser SCHLIEREN ECONOM-Aufzug war ein Serie-Fabrikat mit dem Stempel der Einzelanfertigung. In allen Teilen genormt und vorfabriziert, repräsentierte dieser Aufzug den damals letzten Stand der technischen Entwicklung. Zugleich vereinigte er alles in sich, was im Aufzugsbau längst als tausendfach bewährt galt.

Die Herstellung in Serien erlaubte nicht nur kürzeste Lieferfristen; sie wirkte sich vor allem in der Preisgestaltung äusserst günstig aus. Mit einer zweckmässigen Normung wurde die Möglichkeit geschaffen, die Fabrikationszahlen zu erhöhen, die Fertigungszeiten zu senken und die Lagerhaltung zu vereinfachen.

Am Automobilsalon Genf im Jahre 1963 wird zum ersten mal eine Schlieren Hebebock Anlage für Strassen- und Schienenfahrzeuge der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Hebeböcke kamen bereits viele Jahre vorher in eigenen Werk in Schlieren als Eigenbedarf zum Einsatz. Durch eine Studie wurden diese erstmals als Serienfabrikation für den Markt gezeigt.

1964 konnte die Abteilung Flugzeugbau in Schlieren einen grossen Lizenz Auftrag entgegennehmen. Die Schweizer Luftwaffe bestellte ihre neuen Kampjets vom Typ Mirage. In Schlieren wurden folglich Rumpf- und Flügelteile für die Mirage hergesllt.

Im Jahre 1966 konnte die Kantine "Löwen" modernisiert und in ein vollumfängliches bedientes Personalrestaurant mit Cafeteria umgebaut werden. Im Jahre 1970 erweitert die SWS ihr Produktionsfeld und bauen erstmals einen Reflektor zur Sonnenforschung für die ETH Zürich.
1971 - 1985

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1973 baute die SWS zusammen mit der Schindler Tochter "Von Roll Förderanlagen AG" die erste 3 Dimmensionen Förderanlage. Dies leitete wiederum einen Grundstein für die Produkteerweiterung. Die Nachfrage nach Förderanlagen stieg in dieser Zeit enorm an und brachte einen hohen Bestelleingang bei den Fabrikkationsfirmen.

Ebenfalls in das Jahr 1973 fällt der Vertragsabschluss mit der EUROFIMA für den Bau von 63 Schlafwagen  vom Typ T2S für verschiedene europäische Staatsbahnen. Schlieren war federführend in der Entwicklung und dem Bau dieses Schlafwagentyps. Das S in der Bezeichnung steht daher auch für Schlieren.

Im Jahre 1974 bereits wird die Pensionskasse der SWS in die Pensionskasse der Schindler Betriebe überführt. Am 21.9.1974 feierten wir schliesslich mit einem grossen Fest unser 75 Jahr Jubiläum. Besucher und Besucherinnen konnten sich während der Festivitäten im Werk ein Bild von unseren Produktionen machen. Es war auch die Geburtsstunde des neuen Schlieren Magazin welches ab sofort die vorherige Betriebszeitung "Schlieren Nachrichten" ablöste.

Am 16. Mai 1985 wurde durch den Verwaltungsrat der Schindler Holding dan "offiziell" bekanntgegeben, dass das Werk in Schlieren nach über 14'000 produzierten Güter- und Personenwagen geschlossen wird.

Die Mitarbeiter/innen, die Gemeinde und der Kanton Zürich wollen diesen Entscheid aus Ebikon nicht hinnehmen. Es wurde auf der Strasse und in der Politik massiv gegen den Schliessungsentscheid debatiert.

Das Schweizer Fernsehen brachte anlässlich der Schliessung eine eigene Doksendung über die Wagi Schlieren. Der Kanton Zürich drohte dem Schindler Konzern gar mit dem Entzug laufender Aufträge.

Die Stadt Schlieren, der Kanton Zürich und Schindler einigten sich schliesslich auf eine Vereinbarung zur "Offenen Planung SWS" Diese sollte dazu dienen das Werksareal so zu nutzen, dass annähernd gleich viele Arbeitsplätze in verschiedenen Berufssparten und neuen Betrieben geschaffen werden können.

Die Vereinbarung veranlasste dann auch den ehemaligen Stadtpräsidenten Heiri Meier sowie den Betriebskommissions Präsidenten und Stadtratskollege Willy Bolliger den Boykott aufzuheben.
1985 - 2016

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Doch alle Versuche selbst auf Bundesebene konnten den Entscheid der Schliessung nicht rückgängig machen. Dennoch war die damalige Konzernleitung der Schindler gezwungen auf den massiven Druck aus Zürich zu reagieren.

Zusammen mit der obenerwähnten Vereinbarung zur Offenen Planung SWS stellte die Schindler Holding dazu rund 20 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung. Am 31. August 1985 erfolgte die Schliessung der «Wagi» unter starkem Protest der Arbeitnehmer und der Bevölkerung.

Auf dem Werkareal das innert kürzester Zeit eingeebnet wurde, entstand damals ein grosser Neubau für eine neue Druckerei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). In weiteren Neubauten siedelten sich insbesondere neue Kleinbetriebe an.

Mit dem Gewerbe- und Handelszentrum Schlieren GHZ konnte der erfolgreiche Unternehmer Leo Krummenacher bereits 1984 grosse Teile (55´000 Qm) des ehemaligen Werkareals kaufen und so den Grundstein für die erfolgreiche und Zukunftsorientierte Standortgeschichte des Areals schaffen.

Der BIO-TECHNOPARK® auf  dem Wagiareal. Heute zählt dieser Park über 40 Mitgliederorganisationen, darunter Life-Science-Start-ups und die Universität Zürich und das UniversitätsSpital Zürich mit 20 Kliniken, Instituten und Forschungsgruppen.

Beachtung erhielt der BIO-TECHNOPARK® u.a. dank erfolgreichen Verkäufen von Start-ups an Grosskonzerne wie Roche, Novartis, J&J, GSK, Pfizer, Thermo Fisher Scientific und Sunstar, den Börsengang von Molecular Partners sowie erfolgreichen Produktentwicklungen.

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