Schlierens einstiges Wahrzeichen: Der WAGI-Turm - WAGI Museum Schlieren

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Der WAGI-Turm:
Das einstige Wahrzeichen der Stadt Schlieren

Autor: Patrick Bigler l Firmenhistoriker der Schweiz. Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren

Von 1929 bis 1985 stand er beim Werkseingang der Wagonsfabrik Schlieren: Der Versuchsturm für die in Schlieren entwickelten Aufzugsanlagen. Über die Jahre wurde der WAGI-Turm auch zum heimlichen Wahrzeichen der Stadt Schlieren. Wie ein Monument verkörperte er damals die Erfolgsgeschichte des grössten Schlieremer Unternehmens, welches bereits damals den Namen der Stadt in alle Welt trug. Entworfen wurde der Turm ursprünglich 1927 von der Schweizer Architektin Lux-Guyer (Luise Guyer), welche als erste weibliche Architektin mit eigenem Büro in der Schweiz in die Geschichtsbücher einging.


Der WAGI-Turm am Werkseingang der Wagons- und Aufzügefabrik im Jahre 1958 (SWS Archiv)

Doch drehen wir das Rad der Zeit etwas zurück und sehen wir wo die Geschichte dieses Turmes ihren eigentlichen Ursprung nahm. Diese beginnt nähmlich nicht etwa in Schlieren, sondern bereits 1928 in Bern an der damaligen ersten Messe für Frauenarbeit "SAFFA28". Im Zentrum dieser Ausstellung in Bern sollte auch ein Turm mit Holzaufbau entstehen, in welchem die Messebesucher über das ganze Gelände blicken können und sich dabei im Restaurant auf dem Turm verpflegen können. Schlieren erhielt nun vorab einen Auftrag für einen Personenaufzug für diesen Messeturm.


So sah das einstige Wahrzeichen der Stadt Schlieren im Jahre 1928 in Bern aus. (Archiv SAFFA)

Noch ohne Vorahnungen, dass hier ein kleines Stück Schlieremer Stadtgeschichte entstehen wird, lieferte Schlieren Anfangs 1928 einen modernen Aufzug nach Bern. Bereits bei der Installation der Anlage erkannten die Konstrukteure aus Schlieren aber den Vorteil eines solchen Turmes. Im Werk Schlieren fehlte nämlich bislang ein Versuchsturm für die immer grösserwerdende Abteilung Aufzugsanlagen. Die Geschäftsleitung wurde informiert. Schnell erkannte man aber auch hier die Vorteile eines solchen Turmes. Mann stellte sich damals in Schlieren die Frage; Warum übernehmen wir nicht diesen Turmaufbau nach Beendigung der Messe und bauen diesen hier im Werk Schlieren wieder auf?


Der WAGI-Turm wird nach dem Abbau in Bern in Schlieren 1929 wieder aufgebaut. (Archiv SWS)

Die Konzernleitung in Schlieren setzte sich danach umgehend mit dem Bund Schweizerischer Frauenvereine BSF in Verbindung, welche die Messe organisierte. Nach einigen Verhandlungen kam schliesslich grünes Licht. Der Turm konnte käuflich erworben werden. Und bereits einige Tage nach dem Ende der Messe, wurde der Turm an Ort und Stelle durch Verantworliche der WAGI und einer beauftragten Baufirma in seine Einzelteile zerlegt.

Nach dem Wiederaufbau im Werk Schlieren wurde der Holzturm zusätzlich mit Eternitplatten und einem Walmdach ergänzt. Im Turm befanden sich eine Wendeltreppe, ein Warenaufzug sowie zwei Versuchschächte. Die Versuchsräume waren in der Spitze des Turms untergebracht. Später wurde noch eine Feuerleiter an der Aussenwand mit einer Länge über 27m nachgerüstet. Die Höhe des Turms betrug schliesslich 35,26 Meter.


Blick auf das WAGI-Areal Schlieren 1973. Der Turm steht als heimliches Wahrzeichen. (Archiv SWS)

Mit der Sprengung des Turms war die Ära WAGI-Schlieren beendet.

Am 30. August 1985 erschütterte schliesslich ein lautes Grollen die Stadt Schlieren. Noch bevor ein Tag später eine der grössten Flächensprengungen der Schweiz ihren Lauf nahm, wurde der WAGI-Turm als Wahrzeichen "Symbolisch" für das Ende der Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG gesprengt. Unter Tränen vieler damals Anwesenden Ehemaligen und Schaulustigen.


30. August 1985: Sprengung des WAGITurms in Schlieren als symbolischer Akt für das Ende der SWS. (Archiv SWS)

Erfreulicher ist die Tatsache, dass die Baupläne des Turms bis heute im Archiv der SWS erhalten geblieben sind. Das WAGI-Museum wird daher bald einen Bastelbogen für Kinder anbieten, mit dem der prägende Turm wieder in kleinem Massstab zusamengebaut werden kann.

Video der Sprengung 1985


 
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