Strassenfahrzeuge - Wagi Museum Schlieren

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historicSchlieren
Wagistrasse 13
CH-8952 Schlieren ZH
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Karosseriebauten für Auto-
und Trolleybusse wurden seit
1910 in Schlieren gebaut
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Die SWS baute hauptsächlich in den ersten Jahrzehnten des Bestehens Autokarosserien für verschiedene Zwecke. Später wurden Aufbauten für die aufkommenden Trolleybusse zu einem weiteren wichtigen Geschäftszweig.

Neben Luxus-Karosserien aus der Gründerzeit wurde besonders der Bau von Karosserien für Autocars und Lastwagen vorangetrieben. Auch hier konnte Schlieren Pionierarbeit leisten. Die SWS ging damals als erste Firma der Schweiz von der klassischen Holzbauweise zum Stahlbau und später zum Leichtmetallbau über.



Ebenso interessant wie die doch erstaunliche Tatsache, dass in der SWS einstmals Personenwagenkarosserien gebaut worden sind, ist die Geschichte dieses "Oldtimers': Der Eingang der Bestellung für diese Kommission folgte am 1.Juni 1928. Die Garage Schlotter bei Zürich bestellte im Auftrag des  Herrn Baron von Mosch aus Deutschland wohnhaft in Zug, eine "Cabriolet-Carosserie 2/4-plätzig auf Stutz-Chassis mit 8-Zylinder Motor".

Aus diesen Karosseriebauten entwickelte die SWS vorerst verschiedene zwei- bis dreiachsige Omnibusse. Durch diverse Studien und Weiterentwicklungen folgten in den fünfzigerjahren die ersten Trolleybusse, welche für verschiedene Verkehrsbetriebe abgeliefert wurden.

So lieferte die SWS auch die damals ersten Mannschaftstransportwagen der Stadtpolizei Zürich ab. Karosserieaufbauten für Saurer Autobusse oder Transportwagen wurden bereits nach 1900 in Schlieren hergestellt, jedoch hauptsächlich für Einzelanfertigungen.

Die Anfangslieferungen im Bereich des komerziellen Trolleybusbau galten der Société des Tramways Lausannois, deren erster „Trolley“ ab 1932 zwischen dem Hauptbahnhof und Ouchy kursierte.

Im Jahre 1938 lieferte die SWS einen weiteren Autobus an die Chemins de fer Electriques de la Gruyère, Fribourg, ab.



Schon um 1941 wurde versucht, im Karosseriebau für Autobusse die chassislose Ganzmetallkonstruktion einzuführen, wobei das Gerippe aus gepressten Profilen mit den Seitenwandblechen zu einer nur durch die Fenster unterbrochenen Schale verbunden wird.

Bezüglich des metallischen Werkstoffs wetteifern Stahl und Leichtmetall miteinander. Zwischen reinen Stahlkarosserien und solchen aus Leichtmetall gibt es gemischte Konstruktionen. Stahlteile werden durch die Lichtbogenschweissung miteinander verbunden, Bestandteile aus Aluminiumlegierung durch Nieten.



Die Berührung zwischen verschiedenen Metallen wird durch Schutzmassnahmen (Anstrich) vermieden und so der Entstehung galvanischer Elemente und der dadurch bedingten Korrosion vorgebeugt. Bei der Innenausstattung spielen Holzfaser hartplatten eine wichtige Rolle.



Die Trolleybusse unterscheiden sich von den Autobussen im wesentlichen durch den elektrischen Antrieb, wobei die Stromzufuhr über Fahrdrähte und Stromabnehmer erfolgt. In festigkeitstechnischer Beziehung liegen die gleichen Probleme vor. Abgesehen von der früheren Linie Fribourg—Favargny, hat die SWS die ersten Trolleybus-Karosserien in der Schweiz gebaut und damit an der Renaissance dieses längst bekannten, aber damals hierzulande erst neuerdings allgemein geschätzten Verkehrsmittels führend mitgewirkt.



Bevor die SWS die Konstruktion eines dieser Fahrzeuge begann, wurde in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus verschiedenen Verkehrsbetrieben, insbesondere derjenigen aus Zürich und Winterthur, nach der zweckmässigsten Lösung für unsere schweizerischen Verkehrsverhältnisse gesucht.

Es mag als seltsam erscheinen, dass die Schweiz andere Lösungen braucht als die Nachbarstaaten. Wenn hier nur ein paar grundlegende Unterschiede festgehalten werden, so existieren noch verschiedene spezifisch schweizerische Forderungen, die an ein öffentliches Verkehrsmittel gestellt werden, die hier aber nicht weiter diskutiert werden können.

Es sollen hier nur jene Punkte zur Sprache kommen, welche die Konstruktion des neuen Gelenktrolleybusses weitgehend beeinflussten. Die Gebrauchsdauer der Pneufahrzeuge der Verkehrsbetriebe in der Schweiz beträgt 20 bis 25 Jahre, im Gegensatz zum Ausland, wo sie ihren Dienst im allgemeinen nur 7 bis 10 Jahre versehen. Die Schweiz hat in beinahe allen Städten Linienverkehr mit grossen und langen Steigungen bis zu 10 Prozent.

Der erste Gelenktrolleybus der Schweiz



Der Gelenktrolleybus gestattet eine bessere Dienstzeiteinteilung und damit für das Personal günstigere Freizeitverhältnisse. In den Spitzenzeiten wurden damals mit weniger Personal gleich viel Passagiere oder mit gleich viel Personal mehr Passagiere befördert.

Diese Konstruktion bot den Passagieren höheren Komfort, da ein grösseres Sitzplatzangebot vorhanden war. Besonders angenehm dürfte auch die Frischluftheizung im Winter und die automatische Lüftung im Sommer empfunden worden sein.

Die Pressefahrt des Gelenktrolleybusses vom 19. Juni 1957 wurde eingeleitet durch Herrn Stadtrat W.Thommann von Zürich. Herr Direktor Huber gab einen Überblick über die Aktivität Schlierens im Bau von Pneufahrzeugen, mit dem wir uns seit über dreissig Jahren befassen.

Das letzte Erzeugnis unserer Anstrengung ist der Gelenktrolleybus, der mit diesem offiziellen Akt dem Verkehr übergeben wurde. Im Anschluss an diesen offiziellen Teil bestiegen die Teilnehmer erwartungsvoll den Gelenktrolleybus zu einer einstündigen Demonstrationsfahrt durch die Stadt. Der Gelenktrolleybus hatte sich anlässlich der Jungfernfahrt auf der Strasse bewährt und die Richtigkeit unserer Überlegungen erwiesen.

Mit Hurra und Hallo empfangte dann zwei Jahre später Winterthurs Jugend ihren ersten silber-roten Gelenktrolleybus im Jahre 1958. Neues ist ja immer und sofort umschwärmt von der Jugend, ganz besonders wenn es durch Grösse imponierte.

Und so wollte damals mancher Urs, Hans oder manche Marianne der Eulachstadt für fünfundzwanzig Rappen Gelenktrolleybus fahren. Auch in der zweitgrössten Stadt des Kantons Zürich konnte sich der Gelenktrolleybus erfolgreich durchsetzen.

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Karosseriebau
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